Vor meinem Fenster im Dach sitzt ein Vogel

Er ist so klein und schön und stürzt sich in die Tiefe

Du bist so zart und schnell wie er

Ich steh am Fenster, voller Sehnsucht und Verlangen

und will doch keinen Vogel fangen!

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Ach, wenn ich selbst ein Vöglein wär –

wir könnten ein Nest bauen

und wären doch frei.

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mehr sein wie du

September 22, 2007

ich mag nicht, dass du frisst

an allem. wie ein tier

wie eine raupe, nimmer- nimmersatt.

ich mag nicht, dass du frisst

du frisst an mir, du schwein

du frisst und frisst und frisst

 

ich mag nicht, dass du lahm bist

launisch, unzufrieden

wenn du ein baum wärst

hättst du keine blätter

du bist der winter

graubraunkalt und schneelos

 

ich mag nicht, wie du riechst

du breiter, alter hund

du putzt dich nicht

das mag ich nicht

ich mag nicht, wie du riechst

und alles riecht nach dir

 

ich will nicht sein wie ihr!

 

ich will mehr sein wie du

du klare margerite

du nickst im wind und machst es mir so einfach!

ich will mehr sein wie du

du alter, dunkler baum

du wiegst dich still, und was du sagst hat stärke!

 

und ich will sein wie du:

ein segelschiff aus holz

du schneidest jedes meer.

erreichst mich.

ich sag DANKE!

ich will mehr sein wie du!

 

ich will nicht sein wie ihr

ich will mehr sein wie du

ich will nicht sein wie ihr

ich will mehr sein wie du

 

diese frau

August 27, 2007

hier etwas picken wie ein spatz

hier etwas baden wie ein spatz

etwas stibitzen, wie ein spatz

 

ruhen wie eine löwin, im licht

jagen wie eine löwin

kinder tragen, im maul, wie eine löwin

 

und lieben

wie ein flamingo

im wasser, im warmen, am abend –

 

sterben wie ein engel

um ein leben werben wie ein engel

leben erben:

 

wendig wie ein fisch

flink wie ein fisch

satt wie ein fisch

 

etwas taumeln wie ein schmetterling im licht

erfreuen wie ein schmetterling im licht

bestäuben. wie ein schmetterling …

 

mit der nacht wandern die wolken fort

über allem steht der tag, still noch, unbewegt

unruhig ist, wer sich erst jetzt zum schlafen niederlegt

 

beschenkt ist, wen der schlaf besucht

und wer den schlaf bewirten kann

mit kleinen speisen, klugen fragen

 

wer nicht begabt ist, so, wird grübeln, klagen

dass liebe fehlt! die kinder! die behaglichkeit!

und über alles fehlen bricht der tag, noch kühl, die lebenszeit

 

wenn ich dich und dich nicht küssen kann

wenn liebe aus mir bricht in einem schwall

– ich küsse ein buch, eine blume, ein blatt

etwas ist da, geschöpft und gewachsen, schön

 

wenn liebe aus mir bricht, in einem schwall

und sich nicht richten kann auf dich und dich

dann tu ich nichts. als innehalten. spüren:

schmerzliches verlangen, schwindel, schluchzen

 

atmen. wenn ich dich und dich doch nicht berühren kann

wenn liebe aus mir bricht und fällt und gleitet, läuft

dann küsse ich ein buch und drück es mir ans herz

dann rieche ich an ihm und richte mich so auf

 

mein schmerz ist voll. voller verlangen

ich weiß, dass ich lebe; schmerzlich

dass es ein fehlen gibt, in dem die fülle liegt

dass es ein leben gibt, in dem nichts fehlt

 

mit hohler hand hol ich uns einzelne sterne vom himmel

wie findest du sie? wir brennen, verbrennen.

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ins feld gehn

August 18, 2007

einen schritt zurücktreten vom abgrund

mich umdrehn. ins feld gehn

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